Großraumtaxi

Verbrecher Verlag, 160 Seiten, 2014
Broschur, 160 Seiten, 14,00 €
ISBN: 9783957320179

Berlin ist der Protagonist in Björn Kuhligks Alltagsbeobachtungen, die er zwischen Lankwitz und Spandau, zwischen Müggel- und Schlachtensee macht. Kuhligk läuft mit seinen Kindern durch die Stadt, fährt Taxi, besucht Kneipen und entdeckt die Berliner Stadtmusikanten. In seinen Reportagen begleitet er Zeitungszusteller, 1.-Mai-Demonstranten, und nicht zuletzt beschreibt er die Veränderungen einer Ostberliner Arbeiterkneipe. Kuhligk schildert den U-Bahn-Bettler, der seit Jahren von Astronautennahrung lebt, schwere Melancholiker, die musizieren, und Lars Eidinger, der Theaterbesucher anpöbelt. Er erzählt von spätpubertierenden Hipstern in Mitte, einer unsicheren Malerin in ihrem Atelier, einem Besuch im Bürgeramt, einem Kleinverleger, der mit 100 Bücherkisten umzieht, dem Bambus-Gott im Zoo und zwei Mädchen, die beim Klauen erwischt wurden.

Leseprobe

Kuhligk erzählt ein Berlin fern der ökologisch korrekten Bionade-Eltern und netzeuphorischen Laptop-Bohemiens. Ein Arme-Schlucker-Berlin, das stellenweise erstaunlich viel Ähnlichkeit mit dem Sponti-Westberlin vor dem Mauerfall besitzt. Zugleich aber zeigt er auch ein Berlin der Überlebenskünstler, der schrägen Originale und stillen Helden, denen sein Buch ein unpathetisches Denkmal setzt.

Gisa Funck, Deutschlandfunk

Geschichten, die immer sehr genau und sehr effizient erzählt sind, an denen kein Wort zu viel, zu selbstgefällig, zu geschwätzig ist, in denen sogar Freunde und Freundinnen nur abgekürzt auftauchen. […] Er ist neugierig, ohne aufdringlich zu sein. Genau, ohne zu langweilen. Ernüchtert, ohne zu klagen. Sacht melancholisch, ohne ins Horn der Trübsal zu stoßen.“

Klaus Ungerer, Die Welt

Er ordnet sich ein in die Reihe der großen Berlin-Erzähler, und erzählt so ein Berlin, das man auch erleben möchte. […] Das sind Texte, die eine ungeheure Empathie erzeugen.

David Wagner, radioeins vom rbb – Die Literaturagenten

Die kleine Form – bei ihm fängt sie an zu funkeln!

Dirk Knipphals, taz

Björn Kuhligk ist ein Meister der Kürzestkolumne, auch wenn er zwischendrin mal ausführlicher anhebt.

Erhard Schütz, Der Freitag

Es sind diese Episoden, diese Begegnungen mit den „Königen der Straßen“, den Beamten, den Kellnern, den Tankstellenwarten und Zeitungsausträgern, die Kuhligks Szenen wachsen lassen. Man liest, man schmunzelt, lacht und gluckst, wendet die Seite – und blättert später doch nochmal zurück. Das Große im Kleinen, Björn Kuhligk ist mit Grossraumtaxi genau das gelungen.

Moritz Müller-Schwefe, Fixpoetry

Den Alltagsgeschichten auf der Spur zieht Björn Kuhligk als sympathischer Beobachter quer durch die Straßen Berlins. Dabei richtet er seinen Blick nicht einfach nur starr auf die eigene Umgebung, sondern verknüpft seine Stadt mit all ihren fabelhaft auftretenden Eigentümlichkeiten.

Judith Poznan, im gegenteil

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