Die Stille zwischen null und eins

Hanser Berlin, 2013, 80 Seiten,
Fester Einband, ISBN 978-3-446-24147-3
Deutschland: 14,90 €, Österreich: 15,40 €

„Wenn Du Blätter siehst, die laufen / sagte der Sohn des Metzgers / sind es schnelle Ameisen“. In seinem neuen Gedichtband verlässt Björn Kuhligk die Großstadt und wendet sich der Natur zu. Selbstverständlich schreibt dieser für seine bewussten Stilbrüche und funkensprühenden Kurzschlüsse bekannte Dichter keine ungebrochene Naturlyrik, doch gestattet er sich hier einen ganz gelassenen und berührenden Ton: „Ich stand im Sand, sah / auf die Linie und telefonierte zwei, drei Möwen nach / ich war komplett“. Während Björn Kuhligk die Position des Menschen auf diesem Planeten auslotet, bleibt er wunderbar plastisch und erzählt auf engstem Raum Geschichten.

Angriffslustig überrascht Kuhligk in seinem fünften Lyrikband mit Polyphonien, in denen eine bedrohliche Stille dröhnt.

Dorothea von Törne, Der Tagesspiegel

Gleichzeitig sind sie, grossartig verdichtet, Gesänge über das Jetzt, über die binäre Computerzeit zwischen null und eins, über Widersprüche („Zentrale Randlage“), über Wälder, die wie Möbellager ausschauen, über Bundesstraßenränder und die allgegenwärtige „Kommunikationstheke“. Sie gehören zum Besten, was die gegenwärtige Lyrikszene uns zu bieten hat.

Jan Drees, Deutschlandfunk

Die 56 Gedichte dieses Bandes haben nichts Parfümiertes, sich dagegen das Rebellische bewahrt, das einem bereits aus den vorangegangenen Bänden des Autors wohlvertraut ist. Man vernimmt und spürt Rebellion auch, wenn „Auf den Hügeln der Hochmut“ stolz „eine gegen den Wind gerichtete Fahne“ gehisst wird. Freiheits- und klarheitsliebend und sehr gegenwärtig geht es in den auf ihr Handwerkliches hin transparenten, vielschichtigen Gedichten zu. „Alles ist verständlich“ lautet der letzte Vers dieses Bandes: absichtsvolle Worte, eine Einladung zum Lesen.

Beate Tröger, FAZ

Kuhligk hat einen fotografischen Blick für Objekte und Momente, die er mit feinem musikalisch-rhythmischem Gespür in seine mindestens so humorvollen wie melancholischen Texte einwebt

Tobias Schwartz, ZITTY

Björn Kuhligks Gedichte sind nah dran am Geschehen, bescheiden und immer ‚eine verdammte, präzise Flosse‘. Das ist Lyrik ohne Kaminfeuer: unverstellt, zuweilen schroff und verzweifelt.“

Peggy Neidel, taz

Björn Kuhligks Gedichte überzeugen durch ihre Radikalität. Er ist dem zugetan, was ihn als Natur umgibt. In der Natur findet er, was ihn fasziniert, und zugleich sieht er, was die Natur bedroht. Seine Gedichte halten Distanz, oder: Distanz stellt er nach erlebter Nähe beim Schreiben wieder her. Kuhligk feiert nicht die „alles umfassende“ Natur, indem er ins Schwärmen gerät. Er schlägt nachdenklichere Töne angesichts der Vorgänge an, die sich bedrohlich am Horizont zeigen. Durch den lakonischen Ton bekommen seine Gedichte eine Weite, in der sich der Leser bewegen kann. Er ist zwar nicht aufgehoben, aber er geht auch nicht verloren.

Michael Opitz, Deutschlandfunk

Die Gedichte fügen der Naturlyrik einen bemerkenswerten neuen Ton hinzu, ebenso sinnlich wie ironisch.

Andreas Wirthenson, Wiener Zeitung

In spanischer Übersetzung von Daniel Bencomo, erschienen bei Bonobos Editores in Mexiko.

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